Gesundheitsbildung in der Rehabilitation

Die Rehabilitation (lat. rehabilitatio = Wiederherstellung, abgekürzt Reha) umfasst Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen einer Krankheit oder Behinderung zu beheben oder abzumildern. Oberstes Ziel der medizinischen Rehabilitation ist es heutzutage, die Erwerbsfähigkeit eines Menschen zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Daneben gibt es aber auch Rehabilitationsangebote für nicht oder nicht mehr erwerbstätige Menschen (Kinder, Hausfrauen, Rentner).

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten in den Rehabilitätseinrichtungen unterschiedliche Berufsgruppen zusammen. Dies sind neben Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Masseuren, Ernährungsberatern und Psychologen zunehmend auch Pädagogen. Aber so notwendig und sinnvoll Rehabilitationsmaßnahmen auch sind – sie sind längst nicht immer erfolgreich. So schätzen nur zwei von drei Rehabilitanden ihre Leistungsfähigkeit als durch die Rehabilitation tatsächlich gebessert ein.

Die Ursprünge unserer heutigen Rehabilitation reichen bis in die Nachkriegszeit zurück. Damals wurden vor allem die Folgen von Kriegsverletzungen, Mangelernährung und Infektionskrankheiten während ein- bis zweimonatiger Kuraufenthalte behandelt. In den darauf folgenden Jahrzehnten des Wirtschaftswunders wurde das Kurangebot in Deutschland beständig ausgebaut und Kurende genossen mancherorts regelrechtes „Urlaubsflair“. Seit den 1970er Jahren hat die Gesundheitsbildung immer mehr an Bedeutung in der Rehabilitation gewonnen. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands, der schlechter werdenden Wirtschaftslage, dem demografischen Wandel und den daraus resultierenden Auswirkungen auf unsere Sozialsysteme ist die Rehabilitation in den vergangenen 20 Jahren dann weitreichenden Sparzwängen unterworfen gewesen.

Der Kostendruck im Gesundheitswesen hat dazu geführt, dass die Liegezeiten in den Akutkrankenhäusern gerade in den letzten Jahren deutlich kürzer geworden sind, so dass die Patienten immer früher und in deutlich schlechterem Zustand in die Rehakliniken kommen. Medizinischer Fortschritt hat außerdem dazu beigetragen, dass heute zunehmend auch ältere bis hochbetagte Patienten eine Rehabilitation erhalten. Neben der Nachsorge von Krebspatienten und der Betreuung psychisch Erkrankter ist die Behandlung von vermeidbaren Wohlstandskrankheiten (Übergewicht, Rückenleiden) ein immer wichtigeres Aufgabengebiet der Rehabilitationseinrichtungen.

Daraus dürften sich zukünftig nicht zu unterschätzende Beschäftigungsfelder für Gesundheitspädagogen ergeben. Vielerorts haben krankheitsbezogene Informationsvermittlung und Training gesundheitsförderlichen Verhaltens bereits jetzt einen festen Stellenplatz in der medizinischen Rehabilitation.

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