Wassereinlagerungen sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Gerade wenn sie sich im Bereich der Hand- und Fußgelenke ausbilden, kann es durch diesen mechanischen Reiz zu ausgeprägten Gelenkschmerzen kommen. Besonders quälend sind diese Wassereinlagerungen z. B. bei Sommerhitze. Häufig findet sich auch bei gründlicher ärztlicher Untersuchung keine erkennbare organische Ursache für die bestehenden Wassereinlagerungen, so dass nur symptomatisch behandelt werden kann. Für diese Selbstbehandlung eignen sich Tees, die Extrakte aus der Brennessel oder dem Löwenzahn enthalten. Beide Heilpflanzen werden nachfolgend vorgestellt. In Fertigpräparaten sind außerdem oft Birkenblätter enthalten, die ebenfalls entwässernd wirken.
Zusätzlich können auch der Verzicht auf natriumhaltige Lebensmittel sowie eine kaliumreiche Ernährung dazu beitragen, dass die lästigen Wassereinlagerungen verschwinden. Natrium und Kalium regulieren den Wasserhaushalt des Körpers. Natrium ist natürlich im Speisesalz (Natriumchlorid), aber auch in Salami, eingelegten Gemüsen, Laugengebäck oder auch Kartoffelchips reichlich enthalten. Kaliumreiche Lebensmittel sind Bananen, Pfirsiche, Tomatenmark, Spinat, Radieschen oder auch Brunnenkresse. Wichtig ist es, zusätzlich zu den bereits erwähnten Selbsthilfemaßnahmen auf eine sehr reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten, weil dadurch die Nieren angeregt werden und eine vermehrte Wasserausscheidung gefördert wird.
Brennessel
Botanischer Name: Urtica dioica, Urtica urens
Inhaltsstoffe: Brennessel enthält Kieselsäure (stärkt die Zellstruktur), aber auch Carbonsäuren (Ameisensäure) und Pflanzenfarbstoffe wie das Chlorophyll. Hinzu kommen Mineralsalze (Kalium, Magnesium) und die Vitamine A und C. Darüber hinaus ist das Acetylcholin ein wichtiger Bestandteil, da es an der Übertragung zwischen Nerv und Muskel mitwirkt.
Anwendungsgebiet: Präparate aus der Brennessel wirken harntreibend, weswegen sie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege im Rahmen einer Durchspültherapie genutzt werden. Sie werden auch zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß eingesetzt. Extrakte der Wurzel sind darüber hinaus seit einiger Zeit als Prostatamittel im Gespräch, die die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung im Anfangsstadium der Erkrankung lindern können. Ein weiterer Anwendungsbereich von Brennesselextrakten, die volksheilkundlich überliefert, wissenschaftlich aber noch nicht bewiesen werden konnten, sind rheumatische Beschwerden wie beispielsweise Gelenkschmerzen.
Wirkungsweise: Harntreibend. Antientzündlich.
Dosierung: Die übliche Tagesdosis entspricht 8 – 12 g. Zur Durchspültherapie müssen täglich bis zu 8 Tassen frisch zubereiteter Tee getrunken werden.
Nebenwirkungen / Wechselwirkungen: Bei empfindlichen Personen können Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Magenbeschwerden auftreten. Wichtiger Hinweis: Wegen der ausschwemmenden Wirkung sollten Brennesseltees nicht länger als 3 bis 4 Wochen getrunken werden, da es sonst z. B. zu Mineralsalzverlusten kommen kann.
Löwenzahn
Botanischer Name: Taraxum officinale
Inhaltsstoffe: Löwenzahn enthält den Bitterstoff Taraxin, Zuckerstoffe (Inulin, Inosit), Gerbstoffe, ätherisches Öl, Kieselsäure, Kalium sowie Vitamin C und einige B-Vitamine.
Anwendungsgebiet: Löwenzahnextrakte wirken entgiftend, stoffwechselanregend und verdauungsfördernd, weswegen sie häufig bei Leber- und Gallenerkrankungen eingesetzt werden. Präparate aus Löwenzahnblättern werden aufgrund ihres harntreibenden Effektes aber auch zum Abbau von Flüssigkeitsansammlungen benutzt.
Wirkungsweise: Die entwässernde Wirkung wird auf den hohen Kaliumgehalt des Löwenzahns zurückgeführt. Der Bitterstoff Taraxin bewirkt die Anregung von Leber und Galle.
Dosierung: Zubereitungen aus Löwenzahn sollten kurmäßig über 4 bis 6 Wochen eingenommen werden.
Nebenwirkungen: Der Milchsaft frischer Pflanzen kann allergische Reaktionen hervorrufen. Wichtiger Hinweis: Nicht bei Gallenwegserkrankungen, insbesondere nicht bei Gallensteinleiden anwenden!


