Trends in der Gesundheitsbildung

Weg von der Gesundheitsfürsorge hin zu Wohlfühlangeboten.

Seit einigen Jahren ist ein regelrechter Ansturm auf die vielfältigen Veranstaltungen der öffentlichen und privaten Gesundheitsbildung zu beobachten. Neben einem deutlich verbesserten Angebot, sind für diese gestiegene Nachfrage massgeblich folgende zwei Gründe verantwortlich:

  • Zum einen die sich als Folge der Kostenexplosion im Gesundheitswesen verschlechternde medizinische Versorgung weiter Teile der Bevölkerung mit dem zunehmenden Zwang auf den einzelnen Versicherten zu mehr Eigenverantwortung.
  • Und zum anderen ein verändertes Gesundheitsbewusstsein bei einem Großteil der Bevölkerung. Ein bewusst gesunder Lebensstil und ein achtsamer Umgang mit der eigenen Gesundheit gewinnen für immer mehr Menschen an Bedeutung.

Inhaltlich werden dabei im Gesundheitsbildungssektor von den Bildungsanbietern unverändert nachfolgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Rückenschule (Rücken- und Wirbelsäulengymnastik), aber auch immer häufiger unterschiedliche Ganzkörpertrainings wie Pilates, Callanetics usw.
  • Seminare zur Stressbewältigung, Anti-Stress-Training und Vermittlung von Entspannungsverfahren. Neben den klassischen Entspannungstechniken wie Autogenem Training oder Muskelentspannung nach Jacobson werden zunehmend fernöstliche Entspannungsmethoden wie Yoga, Tai Chi, Qigong und Shiatsu nachgefragt.
  • Ernährungsberatung. Hier reicht das Angebot von allgemeinen Veranstaltungen zur gesunden Ernährung, über Kochkurse für Allergiker oder Abnehmwillige bis hin zu Informatonen über spezielle Ernährungsformen (z.B. vegetarische Ernährung).
  • Naturheilkunde (Aromatherapie, Heilkräuterkunde, Hydrotherapie) und alternative Heilverfahren (Homöopathie, Biochemie nach Schüssler, Bach-Blütentherapie, Nährstofftherapie)

Die Zielgruppen in der Gesundheitsbildung verändern sich aktuell durch die gesellschaftliche Entwicklung.  Beispielsweise Bildungsangebote für Senioren werden stärker nachgefragt werden, während die Zielgruppe ”Familienmangerin” bereits jetzt an Bedeutung verliert. Bislang eher bildungsferne Schichten wie sozial Schwache, Migranten usw. müssen zukünftig verstärkt angesprochen und zur Teilnahme an Veranstaltungen der Gesundheitsbildung motiviert werden.

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