Für das Einwerben von finanziellen Mitteln (Spendenakquise) werden von den Fundraisern unterschiedliche Kommunikationsinstrumente oder Kommunikationskanäle genutzt.
Welche Kommunikationskanäle dabei im Einzelnen ausgewählt werden ist von zahlreichen Faktoren abhängig, beispielsweise
- dem Know-how der verantwortlichen Fundraiser
- den gegebenen, technischen Voraussetzungen
- dem Umfang und der Qualität der Adressdatenbank
- den bereits vorhandenen Kontakten zu Medienvertretern
- dem zur Verfügung stehenden Budget
- dem Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse
- der Zielgruppe die erreicht werden soll.
Grundsätzlich wird dabei zwischen allgemeinen Maßnahmen (Anzeigen, Radio- und Fernsehspots, Homepage, Informationsmaterialien) und Maßnahmen die einen persönlichen Kontakt beinhalten (Telefon, E-Mail, Soziale Netzwerke, Sprechstunden, Veranstaltungen) differenziert.
1. Spendenmailing
Das Spendenmailing (Werbe-Brief, Werbe-E-Mail) bietet die Möglichkeit eine größere Anzahl von Personen anzusprechen. Es ist prinzipiell kostengünstig, wobei sich dies unter Berücksichtigung der ungünstigen Responserate von 1 – 2 % wieder relativiert. Die Ziele des Spendenmailings sind häufig Neukundenaquise, Absatzsteigerung oder Erhöhung des Spendenvolumens, Gewinnung von Adressen oder Information über die Organisation, das aktuelle Angebot oder den Spendenbedarf. → Weitere Informationen zum Spendenmailing
2. Internetmarketing (Webseiten, Weblogs)
Die eigene Internetseite und/oder das eigene Blog sind zeitgemässe, kostengünstige und effektive Möglichkeiten Öffentlichkeit herzustellen, Informationen weiterzugeben und Spenden zu generieren. Dies gilt insbesondere für die Altersgruppe U40, welche online besonders stark repräsentiert ist.
3. Telefon-Fundraising
Das Telefon-Fundraising zielt auf die Spendergewinnung durch die persönliche Ansprache und den Aufbau eines persönlichen Kontakts. Man unterscheidet dabei aktives Telefonmarketing (ausgehende Telefonanrufe, sog. Outbound Calls) und passives Telefonmarketing (eingehende Telefonanrufe, sog. Inbound Calls). Das Telefon-Fundraising war in der Vergangenheit ein ausgesprochen wichtiges Instrument des Fundraising. Aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf die Kaltakquise, d.h. Telefonanrufen bei Personen, die bisher noch nicht in einer Beziehung zur Organisation standen, hat das Telefon-Marketing an Bedeutung verloren.
4. SMS-Spende
Neben dem Spenden mittels eines Telefonanrufs bei einer Spendenhotline (Abbuchung im Rahmen der Telefonrechnung oder mit anschliessender Überweisung bzw. Lastschrift) gibt es für Spendenwillige seit einigen Jahren auch die Möglichkeit eine Geldspende mittels eines Short Message Service (SMS-Spende) auszulösen. Die SMS-Spende ist ein niedrigschwelliges Angebot, von dem vorwiegend jüngere Menschen Gebrauch machen und welches auch von Menschen, die ansonsten eher nicht für wohltätige Zwecke spenden, genutzt wird. Oft wird ein fester Betrag von 5,- EUR pro SMS gespendet.
5. Social Network Marketing / Social Media Marketing
Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing & Co. gewinnen immer mehr an Bedeutung. Beim Social Network Marketing werden diese Social Media-Angebote gezielt zu Marketing- bzw. Fundraisingzwecken genutzt. Dabei geht es darum Aufmerksamkeit zu erhalten, Homepage-Traffic zu generieren, die Online-Reputation zu verbessern und natürlich Spenden zu generieren.
6. Persönlicher Kontakt
Über die individuelle Ansprache und den Aufbau eines persönlichen Kontakts wird versucht Spender langfristig an die Organisation zu binden und zu regelmäßigen Spenden zu motivieren.
7. Klassische Massenmedien
Die klassischen Massenmedien wie Presse, Hörfunk und Fernsehen dienen als unverändert wichtige Kommunikationskanäle dazu Informationen zu veröffentlichen, breit zu streuen und eine möglichst große Anzahl von Menschen zu erreichen.
8. Mobile Marketing
Unter dem bislang noch wenig verbreiteten Mobile Marketing werden Aktivitäten verstanden, bei der die Organisationen verschiedene Informationsdienstleistungen wie Alerts, News, Apps usw., oft kombiniert mit Spendenaufrufen z.B. mittels Video, auf der Basis mobiler Endgeräte zum Zweck der Spendergewinnung und -bindung anbieten. Mobile Marketing wird als Zukunftstrend mit einem großen Potential eingeschätzt.
9. Eventmarketing
Aufgrund der zunehmenden Reizüberflutung durch Werbung in den klassischen Massenmedien (Zeitung, Radio, Fernsehen) und neuen Massenmedien (Internet) wird es immer schwieriger mit der jeweiligen Zielgruppe erfolgreich zu kommunizieren. Beim Eventmarketing oder auch der Live-Kommunikation geht es um die Planung und Gestaltung von interaktiven, erlebnisorientierten Veranstaltungen. Der Begriff „Event“ leitet sich vom lateinischen Wort „eventus“ ab, was soviel bedeutet wie „Ereignis“. Typische Events im Non-Profit-Bereich sind beispielsweise Jubiläumsfeiern, Festessen, Tage der offenen Tür, Vernissagen, Konzerte, Vorträge, Seminare und Kongresse oder im Bereich des Fundraising die Spendengala. → Weitere Informationen zum Eventmarketing
10. Standaktionen
Hierbei handelt es sich klassischerweise um von Non-Profit-Organisationen eingerichtete Informationsstände im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen (Bildungsmessen, Selbsthilfetage usw.). Als Kommunikationsinstrument des Fundraising sind sie zu mit „Drückerkolonnen“ (neudeutsch „Dialoger-Teams“) besetzten Spendenstationen in Fußgängerzonen verkommen. Dabei handelt es sich meistens um bezahlte Mitarbeiter von Fundraising-Agenturen die lediglich im Auftrag von meist fragwürdigen Non-Profit-Organisationen tätig werden. → Weitere Informationen zu Standaktionen


