Das geschätzte, jährliche Spendenaufkommen in Deutschland liegt bei 2,5 bis 5 Mrd. Euro. Nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen betreiben in Deutschland circa 20.000 gemeinnützige Organisationen aktiv Fundraising. Allgemein bekannt und etabliert sind davon aber nur etwa 250 größere Institutionen. Für diese meist international arbeitenden Nonprofit-Organisationen ist Fundraising eine Selbstverständlichkeit und wird von professionellen Fundraisern hauptberuflich organisiert. Diese verfügen in der Regel nicht nur über entsprechendes Know-how, sondern vor allem auch über umfangreiche Kontakte zu potentiellen Geldgebern. Aber dies ist nicht der Normalfall.
Im Gegenteil, bei der überwiegenden Mehrzahl der gemeinnützigen Einrichtungen handelt es sich um kleinere Initiativen, die von haupt- oder ehrenamtlichen Geschäftsführern, Vereinsvorsitzenden, Gruppenleitern etc. geführt werden, die neben ihrer eigentlichen Arbeit gleichzeitig auch noch für die Mittelbeschaffung verantwortlich sind.
Kleinere NPOs verfügen zudem nur über sehr begrenzte personelle, räumliche und finanzielle Kapazitäten. Im Extremfall bestehen sie nur aus wenigen Mitgliedern, sind ohne eigene Räumlichkeiten und haben kaum Geld zur Verfügung. Dadurch wird das Fundraising sehr erschwert.
Es gibt allerdings auch einige positive Aspekte. So ist bei den Verantwortlichen meist eine genaue Kenntnisse der lokale Verhältnisse festzustellen. Die Mitarbeiter sind oft überaus engagiert, intensiv „im Thema“ und nicht selten sogar selbst betroffen. Dadurch ist ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft gegeben.
Was das Fundraising selbst betrifft, kann man davon ausgehen, dass die Aktiven kleinerer NPOs nahezu über kein Fachwissen diesbezüglich verfügen. Andererseits liegt darin aber auch wieder eine Chance, denn die NPO-Verantwortlichen bewegen sich noch nicht auf eingefahrenen Fundraisingwegen, sondern sie sind gezwungen neue, ungewöhnliche und oftmals überraschend erfolgreiche Fundraisingstrategien zu entwickeln.


