Naturheilkundliche Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es durch eine übersteigerte Aktivität der Schilddrüse zu einem Überschuss an Schilddrüsenhormonen. Die häufigsten Ursachen dafür sind die Schilddrüsenautonomie und der Morbus Basedow, eine autoimmun bedingte Schilddrüsenentzündung.

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann mit vielfältigen Krankheitssymptomen einhergehen. Sehr häufig treten Herz-Kreislauf-Probleme (Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Bluthochdruck), Reizbarkeit, Nervosität, Durchfall, Gewichtsabnahme, vermehrtes Schwitzen und ein Zittern der Hände auf.

Deutliche Schilddrüsenüberfunktionen gehören immer in die Hände eines erfahrenen Schilddrüsenspezialisten (Endokrinologe, Nuklearmediziner). Sowohl bei leichteren Störungen des Schilddrüsenstoffwechsels als auch begleitend zur schulmedizinischen Therapie können naturheilkundliche Behandlungsverfahren aber sehr erfolgreich zur Linderung von Krankheitssymptomen beitragen. Eine Heilung, z.B. der autoimmunen Schilddrüsenentzündung Morbus Basedow, kann dadurch jedoch nicht erreicht werden.

Allgemeines

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse ist es sehr wichtig übermäßigen Stress zu vermeiden und sich regelmäßige Ruhepausen zu gönnen. Darüber hinaus ist es sinnvoll eine Entspannungstechnik (Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Tai Chi) zu erlernen.

Ernährung

Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) läßt sich auch durch die richtige Ernährung in ihrer Symptomatik positiv beeinflussen. So sollte z. B. auf Kaffee und Cola weitgehend verzichtet werden, weil das darin enthaltene Koffein zusätzlich anregend wirkt und die vorhandenen Beschwerden verschlimmern kann.

Sojaprodukte und Gemüse wie Blumenkohl, Weißkohl, Kohlrabi, Wirsing und Rosenkohl sind reich an Thiocyanit, welches die Schilddrüsenhormonproduktion hemmt. Eine thiocyanitreiche Ernährung wird deshalb bei Schilddrüsenüberfunktion empfohlen.

Auf scharf gewürzte, heiße Speisen sollte hingegen eher verzichtet werden. Empfehlenswert ist stattdessen der Verzehr von reichlich frischem Obst und Gemüse als Rohkost.

Nährstofftherapie

Die Aminosäure L-Carnitin hemmt die Schilddrüsenhormonwirkung an den verschiedenen Organen und wird deshalb bei Hyperthyreose eingesetzt. Auch auf eine gute Versorgung mit dem Mineralstoff Magnesium, dem Spurenelement Kupfer und Vitamin D sollte geachtet werden.

Phytotherapie

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion helfen Heilpflanzen wie Herzgespann, Klette, Lavendel, Salbei, Schachtelhalm, Wolfstrappkraut und Zitronenmelisse den auf Hochtouren laufenden Stoffwechsel zu beruhigen. Die im Herzgespannkraut (Leonurus cardiaca), im Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus) und in der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) enthaltenden Flavonoide blockieren die Umwandlung von T4 in T3 weswegen entsprechende Präparate manchmal unterstützend bei Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden. Rotklee (Trifolium pratense) ist eine weitere Heilpflanze die bei Schilddrüsenerkrankungen Anwendung findet. Über die Hemmung eines an der Herstellung der Schilddrüsenhormone beteiligten Enzyms wird die Symptomatik bei Schilddrüsenüberfunktion gelindert. Ausserdem kann Haferstroh (Avena sativa) als 2 – 4 wöchige Teekur angewendet gegen Nervosität, Reizbarkeit und Schlafstörungen helfen.

Biochemie nach Schüssler

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse werden oft die Salze Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) und Nr. 14 (Kalium bromatum) im Wechsel gegeben. Diese beiden Salze wirken z. B. bei überfunktionsbedingten Beschwerden ausgleichend auf das Muskel- und Nervensystem.

Homöopathie

Auch in der homöopathischen Arzneimittellehre (Materia Medica) entdeckt man zahlreiche Arzneimittelbilder mit eindeutigem Bezug zu Schilddrüsenerkrankungen. Überfunktionen der Schilddrüse werden beispielsweise mit Mitteln wie Jodum, Spongia, Phosphorus, Lachesis und Acidum fluoricum therapiert.

Neuraltherapie

Bei der Neuraltherapie werden Schmerzmittel (Procain, Lidocain, Xylocain) direkt in die Schilddrüse gespritzt. Es erfolgt je eine Injektion in den rechten und linken Schilddrüsenlappen. Dadurch soll die Funktion der Schilddrüse bei einer Überfunktion reguliert werden. Wie bei fast allen alternativen Behandlungsmethoden konnte auch die Wirkung der Neuraltherapie bislang nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Durchgeführt werden sollte die Neuraltherapie grundsätzlich nur durch einen sehr erfahrenen, gut ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker.

Lehmwickel

Bei einer Überfunktion wirken Lehmwickel beruhigend auf die Schilddrüse. Lokale Beschwerden können dadurch spürbar gelindert werden – das gilt selbstverständlich nicht für Lokalsymptome die durch eine Schilddrüsenvergrößerung verursacht werden. Die Anwendung ist denkbar einfach: Es werden 2 – 3 Esslöffel Heilerde (Heilerde ist in Drogeriemärkten, Reformhäusern und Apotheken preisgünstig erhältlich) mit etwas Wasser zu einer streichfähigen Paste verrührt. Dieser Brei wird mindestens eine Stunde im Kühlschrank kaltgestellt und dann messerrückendick auf ein angefeuchtetes Leinentuch gestrichen. Das Tuch wird anschließend mit der bestrichenen Seite auf den Hals aufgelegt. Anschließend einen trockenen Wollschal um den Hals binden und den Wickel so fixieren. Der Lehmwickel sollte mindestens 20 Minuten getragen werden. Wirksamer ist es, den Wickel erst abzunehmen wenn die Heilerde (nach mehreren Stunden) getrocknet ist. Lehmwickel sollten über ein bis zwei Wochen täglich angewendet werden.

Im Internet erhalten Sie darüber hinaus weitergehende Informationen auch auf meiner Webseite www.schilddruesenguide.de - Der unabhängige Internetwegweiser zu Erkrankungen der Schilddrüse

Dieser Beitrag wurde unter Naturheilkunde & Alternativmedizin abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.