Hierbei handelt es sich klassischerweise um von Non-Profit-Organisationen eingerichtete Informationsstände im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen (Bildungsmessen, Selbsthilfetage usw.).
Diese dienen meist mehreren, beispielsweise folgenden Zwecken:
- allgemeine Öffentlichkeitsarbeit (Wer sind wir? Was wollen wir?)
- Aufklärungsarbeit über einen sozialen Mißstand, ein bestimmtes Krankheitsbild o.ä.
- gezieltes Ansprechen von Pressevertretern bzw. Pflege von Pressekontakten
- Kontaktaufnahme zu potentiellen Unterstützern und Spenderaquise
- Gewinnen neuer Mitglieder oder Kunden (z.B. Teilnehmer für Weiterbildungsangebote)
In der Regel sind jeweils mehrere haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter der Non-Profit-Organisation vor Ort, welche Interessenten kompetent informieren und / oder beraten können.
Davon abzugrenzen sind die mit „Drückerkolonnen“ (neudeutsch „Dialoger-Teams“) besetzten Spendenstationen in Fußgängerzonen. Dabei handelt es sich meistens um bezahlte Mitarbeiter von Fundraising-Agenturen die lediglich im Auftrag von Non-Profit-Organisationen tätig werden.
Vorrangige Ziele sind:
- Geld sammeln mit der Spendenbüchse
- Adressen zusammentragen
- Mitgliedsverträge abschliessen
- Spenden-Einzugsermächtigungen erwirken
Auch wenn bewusst versucht wird einen anderen Eindruck zu erwecken – solche Aktionen sind nur selten ein ehrenamtlich-idealistischer Einsatz für die „gute Sache“, sondern häufig ein studentischer Semesterferienjob gegen ein geringes Festgehalt zzgl. einer erfolgsabhängigen Provision. Deshalb geht der Großteil der Spendengelder auch gar nicht erst an die Non-Profit-Organisation sondern gleich an die durchführende Fundraising-Agentur bzw. die von ihr beschäftigten Dialoger.
Die Dialoger (auch Kontakter genannt) müssen auf andere Menschen aktiv zugehen können, über ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten verfügen sowie eine starke Überzeugungskraft besitzen. Außerdem brauchen sie
- Belastbarkeit, weil sie täglich 8 bis 10 Stunden bei Wind und Wetter draußen in der Fußgängerzone stehen
- Selbstbewußtsein, weil sich Passanten durch sie belästigt fühlen und sie deshalb zu 99% sehr harsch abgewiesen werden
- Teamfähigkeit, weil sie mit den anderen Dialogern von einer Stadt in die nächste reisen und dort gemeinsame Unterkünfte bewohnen
ansonsten sind sie für diese Aufgaben von vornherein ungeeignet.
Viele der Dialoger sind anfangs sogar mit Idealismus und Herzblut dabei, aber dann folgt doch recht schnell die Ernüchterung, so dass die meisten schon nach wenigen Tagen oder Wochen ihr „Engagement“ beenden. Außerdem wirft diese inzwischen alltägliche Fundraising-Praxis erneut die Frage auf, welche Methoden vertretbar sind um an Spenden zu kommen. Wenn es um unverschämte Überrumpelungstaktiken, dem aggressiven Ausüben von Druck, dem manipulativem Erzeugen eines schlechten Gewissens oder wütende Beschimpfungen geht dürfte der Zweck wohl kaum die Mittel heiligen. Auch der Nutzen für die Non-Profit-Organisation ist umstritten, weil durch solche zweifelhaften Fundraising-Praktiken aus einem geringen finanziellen Vorteil sehr schnell ein handfester Imageschaden wird.


