Ursachen, Symptome und Behandlung des Vitamin D-Mangels

In den Herbst- und Wintermonaten leiden viele Menschen in Deutschland unter einem Mangel an Vitamin D. Nach dem sehr harten Winter des Vorjahres und dem verregneten Sommer war es in diesem Jahr noch schwieriger ausreichende Vitamin D-Reserven für das Winterhalbjahr zu bilden.

Vitamin D ist wichtig im Hinblick auf die Regulierung des Calcium- und Phosphatspiegels im Blut. Es spielt eine entscheidende Rolle für die Stabilität der Knochen (Osteoporosevorbeugung). Ausserdem wird diskutiert, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung auch vor Autoimmunerkrankungen, Krebsleiden sowie Herz-Kreislauf-Problemen schützen kann.

Sowohl nach den Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als auch gemäss der europäischen Recommended Daily Allowances liegt der Tagesbedarf von Erwachsenen bei 5 µg (200 I.E.) Vitamin D pro Tag. Der Großteil (bis zu 90%) des Vitamin D wird vom Organismus selbst durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Der restliche Teil des Vitamin D muß über die Ernährung aufgenommen werden.

Mangelursachen:

  • Wenig Aufenthalt im Freien in den Sommermonaten.
  • Durch die Verwendung von Sonnencreme wird die Fähigkeit der Haut zur Vitamin D-Bildung herabgesetzt.
  • Mangelnde Sonneneinstrahlung im Winterhalbjahr (Oktober – März).

Wichtig: Der tägliche Vitamin D-Bedarf kann nicht allein durch die Ernährung gedeckt werden! Zwar wird Vitamin D grundsätzlich im Fettgewebe gespeichert, jedoch nur ausgesprochen begrenzt, weswegen ein Vitamin D-Mangel in den Wintermonaten ausgesprochen häufig ist.

Mangelsymptome:

Ein ausgeprägter Vitamin D-Mangel führt zu einer schmerzhaften Knochenerweichung, die bei Kindern als Rachitis und bei Erwachsenen als Osteomalzie bezeichnet wird.

Mögliche Anzeichen eines leichteren Vitamin D-Mangels sind

  • Muskelschwäche
  • Muskel- und Knochenschmerzen (z.B. Schmerzen im unteren Rücken bei längerem Stehen und/oder nächtliche Schmerzen in den Beinen)
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Winterdepression
  • Nervosität, Unruhezustände
  • Verstopfung
  • Übelkeit unter Belastung

Um einen Vitamin D-Mangel von vornherein zu vermeiden sind ganzjährig täglich 10 – 20 Minuten Sonneneinstrahlung auf Gesicht, Hals, Hände und Unterarme notwendig. Zusätzlich ist der regelmässige Verzehr Vitamin D-reicher Lebensmittel wie Butter, Eier oder Fisch (Lachs, Hering) unerlässlich.

Zur Behandlung eines bestehenden Vitamin D-Mangels sind hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel erforderlich. Bei täglicher Einnahme von 25 µg (1000 I.E.) dauert es ungefähr 3 – 6 Monate bis die körpereigenen Vitamin D-Speicher wieder aufgefüllt sind. Präparate ab einer Tagesdosis von 10 µg (400 I.E.) sind apothekenpflichtig, Präparate oberhalb einer Tagesdosis von 25 µg (1000 I.E.) sind verschreibungspflichtig. Ab welcher Dosierung die Gefahr von Nebenwirkungen besteht ist umstritten. Als unbedenklich gelten tägliche Dosen von 50 µg (2000 I.E.) Vitamin D als sechsmonatige Kurzzeittherapie und 10 µg (400 I.E.) als Langzeittherapie.

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